Was ist ein Mensch? Wann faengt er an zu leben? Wann faengt er an zu fuehlen?

So viele Meinungen und Denkweisen gibt es zu diesem Thema. Menschen, die denken, dass sie alles wuessten. Es gibt eine Geschichte von einem Arzt, der viele, viele Abtreibungen durchgefuehrt hat und nie Reue verspuerte. Nachdem er einmal eine seiner eigens durchgefuehrten Abtreibungen ueber Ultraschall sah, konnte er nie mehr ein Kind abtreiben. (Video: "Der stumme Schrei") Er hatte vorher nicht darueber nachgedacht, wie das Baby wohl empfinden mag. Er hat ja den Kampf dieses Kindes nicht gesehen. Genausowenig, wie die Frau irgendetwas sieht. Sie geht in den OP, bekommt eine Narkose und wenn sie aufwacht ist alles vorbei. Ist es das wirklich?

Ich weiss es nicht, denn ich hatte niemals eine Abtreibung. Das ist das, was viele Abtreibungsbefuerworter mir entgegensetzen. Sie sagen, dass ich keine Ahnung haette, wie alles funktioniert und wie sie fuehlen wuerden. Ja, das mag vielleicht sein, aber ich habe ein Baby verloren und kenne das Gefuehl, dass etwas weg ist, nachdem es in mir heranwuchs, ob ich es wollte oder nicht. Es war einfach nicht mehr da. Es fehlt. Manchmal denke ich, dass das Leben schuetzenswerter sein sollte. Wenn man diese wunderbaren kleinen Wesen betrachtet, mit wieviel Energie und Freude sie leben. Es ist ihnen so egal, in welcher Umgebung sie aufwachsen. Ich glaube, dass sie einfach nur Liebe moechten. Sie wollen geliebt werden, genauso wie du und ich geliebt werden moechten.

Manchmal vergessen wir, wie wir als Kinder gefuehlt haben. Wenn wir verletzt worden sind, warum lieben wir unsere Kinder nicht einfach so, wie wir geliebt werden wollten? Wenn es uns gut ging in der Kindheit, aber das Baby passt uns nicht in den Kram - warum aendern wir nicht einfach unseren Zeitplan und lassen unser Leben einen eigenen Kreislauf entwickeln? Warum nicht einfach mal Plaene aendern? Ein wirklich weiser Mann (John Lennon) sagte einmal: "Life is what happens to you, while you are making plans." ("Leben ist das, was passiert, waehrend du dabei bist andere Plaene zu schmieden") Ist es wirklich so schwer vorstellbar Verantwortung zu uebernehmen? Man denkt, dass ein riesen Berg auf einen zukommt, aber hast du dich mal gefragt, wie die anderen Muetter und Vaeter es schaffen? Vielleicht ist es ja doch gar nicht so schrecklich schwer wie du denkst? Man sagt doch, dass man mit seinen Aufgaben waechst, oder?

Wenn du neu bist auf einer Arbeitsstelle denkst du, dass du es niemals schaffen wirst, aber nach einer Weile beherrschst du alle Dinge und es ist nicht mehr vorstellbar, wie es vorher war. Wenn du eine Sprache lernst, verstehst du am Anfang gar nichts und denkst, dass du es nie packen wirst. Aber nach einer gewissen Zeit unterhaelst du dich fliessend in dieser dir anfangs fremden Sprache und du bist bereichert um eine Erfahrung, um eine Sprache, die du sprichst, die dich weiterbringt im Leben, dich an andere Orte versetzt und dir auch Selbstbewusstsein gibt. Warum also solltest du es nicht schaffen, einen Menschen gross zu ziehen? Warum? Ist es besser ihn nicht zu bekommen, die Gefuehle ganz tief zu verstecken, sich unendlich viele Pros auszudenken und sich selbst damit zu beluegen?

Ist es wirklich besser, als einen Schritt zu wagen, einen Schritt in ein neues Abenteuer des Lebens, welcher dich bereichert, wenn du lernst ihn zu geniessen. Kinder sind nicht nur Arbeit. Kinder machen Freude, Kinder spiegeln dich wider, Kinder lassen dich vergessen, sie zeigen dir eine Welt, die du schon so lange nicht mehr gesehen hast, weil Hast und Eile deine inneren Augen verblendet haben. Denk doch einfach mal daran, was alles anders und schoener werden koennte. Als wir den Schritt gewagt haben in ein fremdes Land zu gehen, haben wir es einfach getan. Wir sind gesprungen und das Leben ist neu und anders - es ist reicher. Reich an Erfahrungen und Moeglichkeiten. Vielleicht solltest du dein Baby als Chance ansehen und nicht als Last. Versprich mir, dass du darueber nachdenkst.

 

Alles Liebe fuer dich.

Doro