Kinderliebe... 
(Verfasser unbekannt, eingereicht von Jens-Christian Luedtke)


Heute sah ich kleine Mädchenfüsse,

nackt, in dünnen Leinenschuh’n.

Mit großen Augen, fragte mich das

Kind, ob alle Eltern herzlos sind?

Ich sah der Kleinen ins Gesicht,

Antwort geben konnt’ ich nicht.

 

 Und wieder hab’ ich nachgedacht,

was Liebe mit den Kindern macht.

Wenn Mütter ohne nachzudenken,

fremden Männern Liebe schenken.

Liebe, die sie geben sollten,

ihren Kleinen, die sie wollten.

Die Kleinen betteln um Mutters

Gunst, sie umgarnen mit jener

Kindeskunst. Malen bunte Bilder, singen schöne

Lieder und die Mütter schreien wieder.

Loben und Umarmen nicht,

und denken dabei nur an sich.

Sagen, es soll bloß leise sein,

die Mutter ist heut’ nicht allein.

 

Ich helfe, wenn die Kinder mich nur

lassen, auch wenn die Eltern mich dafür

hassen. Kämpfe um jede Kinderseele,

und nehme jede Hand,denn jede von ihnen,

ist ein kleiner Diamant.

 

 

Bitte lass mich doch am Leben...
(Dorothée Lydia Hannemann)


Meine liebe Mama, vor kurzem erst hast Du erfahren,
dass ich in Deinem Bauch unter Deinem Herzen wachse.
Du bist völlig durcheinander erkennst die Richtung nicht.
Du denkst, dass ich nur ein kleiner Zellklumpen bin, noch nichts fühl
e.

Mama, in Dir wohnt Leben! Ich arbeite unermüdlich daran, für Dich zu wachsen. Ich lebe!
Aber ohne Dich kann ich nicht groß werden, ich brauche Dich!
Mama bitte lass mich am Leben sein!

Ich würde so gern wissen, was ich einmal werde. Vielleicht ein Klavierspieler, oder ein Maler,
oder eine berühmte Sängerin. Vielleicht würdest Du in einem Konzert in der ersten Reihe sitzen
und meinen sanften Tönen lauschen.Du wärst stolz auf mich Mama bitte.

Ich weiß, dass Deine Situation nicht leicht ist, aber ich möchte Dir so gern helfen.
Ich versichere Dir, dass ich Dir das Leben wieder zurückgeben werde, das Leben,
das Du mir schenken kannst. Ich möchte so gern Dein Gesicht sehen, Deine Stimme hören,
ich möchte so viele Dinge mit Dir erleben!

Bitte Mama gib mir die Gelegenheit, herauszufinden, wer Du bist, wer ich sein kann.
Ich möchte Dich entdecken, für die mein Herz schon schlägt.
Ich verliebe mich gerade in Deinen Geruch, der mir zeigt,
dass Du meine Mama bist - unter allen Frauen würde ich Dich wieder erkennen.

Ich möchte meine kleinen Hände Dein Gesicht liebkosen lassen, zärtlich Dein Haar berühren.
Ich möchte Deine weichen Hände spüren, die mich sanft in den Schlaf streicheln.
Ich brauche deine Liebe, Deine Nähe.

Ich möchte alles von Dir lernen, möchte Dich anlächeln, möchte in Deinem Arm zur Ruhe kommen,
möchte leben.

Ich habe Angst davor sterben zu müssen!
Ich werde in dir zerrissen. Ich kann ohne Dich nicht  weiterleben.
Ich würde so gern bei Dir bleiben. Bitte mach, dass ich bei Dir bleiben kann.


Gott hat mich doch gewollt und mich so wunderbar ausgestattet.
Du kannst an mir alles besser machen, was Du nicht hattest.
Du kannst mich lieben, wie Du nie geliebt wurdest. Unser Leben wird so schön. Mama!
Es ist nicht nur Dein Bauch - es ist doch mein Leben! Du riechst so gut!
Ich liebe Dich meine Mama, obwohl ich Dich noch nie gesehen habe, liebe ich Dich.
Ich liebe Dich mit der ganzen Kraft meines schlagenden Herzchens.
Ich liebe Dich über alles! Wirf das nicht alles weg! Wirf mich nicht weg!

Ich liebe Dich für immer.
Dein Kind

Mein liebes Kind...
(Heidrun Stepper)

Mein liebes Kind, es war ein Schock, als ich erfuhr, in mir entsteht ein neues Leben!

Jetzt doch nicht! Ich bin noch viel zu jung!
Ich hab so viele Träume, mein ganzes Leben liegt doch noch vor mir!
Ich will für meine Träume kämpfen, alles tun, um sie erfüllt zu sehn.

Liebe ist schön, ich habe sie genossen...!
Doch ich bin ehrlich, ich habe nie über Konsequenzen nachgedacht.
Geliebt sein ist schön! Ich fühlte mich gut, als starke Arme mich umschlungen
von dem Mann, der vorgab, innig mich zu lieben!

Und plötzlich wächst Leben in mir, das ich nicht wollte.
Es macht mir Angst und schafft in mir Befremden.
Dein Herz in mir, es schlägt und schreit, du möchtest leben!
Doch keiner hatte mich gefragt, ob ich wohl will.

Mein Herz schlug bis zum Hals, doch nicht für dich!
Heiße Tränen der Verzweiflung und der Ausweglosigkeit benetzten Nacht für Nacht mein Bett.
Was ist gescheh´n?
Ich muss mich jetzt entscheiden zwischen ihm, dem Mann, der schwor, mich heiß zu lieben

und dir, du kleines Wesen tief in mir.
Du sagst mir jeden Augenblick : Ich bin ein Teil von dir!
Mama, schütze mich, es ist so schön in dir, ich fühl mich so geborgen!
Mein Leben liegt allein in deiner Hand!

Und meine Träume...?
In mir tobt ein Sturm aus Panik, Frust, Verzweiflung.
Und wer liebt mich? Wer hält denn jetzt zu mir?

Doch dann, in jener Nacht...hab ich von dir geträumt;
Die ersten Blüten aus des Nachbars Garten brachtest du zu mir.
Du strecktest mir lächelnd deine Hand entgegen:

Mama schau, die sind für dich, weil ich dich so sehr liebe!
Deine Augen strahlten mich so dankbar an
Als du mir sagtest: Danke, Mama, dass Ich leben darf!

Seitdem, mein Kind, träume ich nur noch von dir.
Alle andern Träume sind verblichen, bis sie sich,
vielleicht einmal, erfüllen werden...

Mein liebes Kind, wir zwei, wir schaffen es!
Genieß die Ruhe noch in mir.
Gott wir uns beiden helfen!
Bald werden wir uns sehn!
Ich freu mich schon auf dich!

Ich hab dich lieb!
Deine Mama

 

Ich - ungewollt schwanger... 

Niemand, der sich kümmert. Niemand da für mich. Niemand, der mir wirklich zuhört. Niemand, der mich versteht. Meine Lage - ausweglos. Kein Geld, keinen Job, er wird gehen, wenn ich dich bekomme. Und wenn nicht? Wird mein Herz es verkraften? Geballte Stimmenladung. "Tu es!" flüstern sie, doch es scheint ein Schreien zu sein. Ich will rennen. Nur weg hier. Mit mir das Kind. Es beschützen. Es lebt doch. In mir. Für mich. Warum nur will er dich nicht? Ich will dich, aber ich habe keine Kraft. Ich will Kraft. Für dich und mich. Soll ich den Weg allein gehen? Wie wird es ohne dich sein? Wie wird es mit dir sein? Ich will dich. Ich lieb dich - irgendwie. Aber so allein. Hilft mir denn niemand? Ich will dich nicht töten, ich will das du lebst. In dieser Zeit? Ich will dich. Auch ohne ihn. Du und ich - wir werden es schaffen. Irgendwie.